| "Autokino" haben wir am 29.5.2013 verwirklicht. Wir waren eine kleine Test-Truppe, die
das Projekt konsequent auslotete. Es gibt Filme und Fotos dazu, und wir sind
froh über die ausführliche Dokumentation, denn: In Kaputtgart kann das nicht nochmal
aufgeführt werden. Das Polizistenpärchen, das uns, als wir sowieso auf das Ende
der Taxifahrt zusteuerten, zum Abbruch zwang, verkündete in selbstgewissem
Reflex: Das wird nicht genehmigt werden. Für Kaputtgart mögen sie recht haben.
Die dortigen Behörden schalten bei allem, was nicht Daimler, Porsche, Red Bull
und "Befehl von oben" heißt, auf maximales Lahmlegen. Also "Underground" wird
dort auf die Müllhalde abgedrängt. Es werden von Stuttgarter Ämtern Gebühren und
Auflagen getürmt, bis das Projekt kippt. Wir haben "Autokino" schlicht organisiert und durchgeführt, in behördenfreier
Normalität. Es ist ja so fern von einer übernormalen Störung der "öffentlichen
Ordnung" in einer Stadt, deren Zentrum von Bauwut durchstört ist. Es liegt ja so
nah an einer wertvollen Kunstaktion - wenn sie denn "von oben" genehmigt wäre.
Damit Kunst in Stuttgart genehm ist, sollte der Autor aber tot sein oder aus
einem fernen Land kommen. "Bürger, seid Publikum bei den Angeboten eurer
Vorgesetzten" ist lokal das Motto. Wir boten selber etwas auf, es lief klasse,
und fast schon drehbuchmäßig mutet es an, wie dann die Stuttgarter Polizei einen
leeren Platz von uns zwölf Autokino-Teilnehmern räumt, wegen Nichtgenehmigtsein
unseres Beisammenseins.
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"Autokino" ist ein Nachbar
von "Artist Taxi". Aber "Autokino" ist mir in der hier gezeigten Version
organisatorisch und technisch zu aufwendig, plus in der Anzahl der Besucher
zu begrenzt.
"Artist Taxi" kann als Projekt weiterbestehen - "wenn ich
in einer Stadt eine Kunstausstellung habe". "Autokino" hingegen betrachte ich in
sich als filmisches Ereignis. Und während man ein Theaterstück mehrfach
aufführt, wird ein Film einmal nur gedreht. Ich sehe vor mir, wie eine
stationäre Vorführung von Kurzfilmen durchaus die Dokumentation von "Autokino"
enthält: "Das alles, was wir hier bequem sehen,
erlaubten sich einmal in Kaputtgart einige Leute zu begehen."
Seitlich vom energischen vergnügten Aufführen von
Kurzfilmen auf all den geeigneten, aber von Behörden lähmend bewachten
öffentlichen Flächen, angefahren per Auto, was die Umdeutung des Begriffes
"Autokino" ermöglicht, gäbe es das Modell einer warmen Sommernacht, in der in
einem Park auf mehreren Leinwänden jeweils ein oder einige Kurzfilme zu sehen
sind. Und der Besucher kann frei herumspazieren... solches "Kurzfilmkino mit
vielen Leinwänden" aber habe ich weit vor "Autokino" schon erfunden, und diese
Version ist regenfest: "Hyperkino".
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