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Und damit kommen wir zum Punkt. Auf dieser Seite klärt sich, was "Artist Taxi" längerfristig sein kann, sein darf, sein will. Die bis hier hin gezeigten Inhalte dienten dazu, das Thema zu erobern ("Wir wollen doch nur spielen"), zu umkreisen (Karneval), auch mal versuchsweise auszuweiten (Autokino).

Der rare Spaß, der erhellende Spott, die groteske Party - das ist Artist Taxi

Und es darf weiter fahren, indem Chris Mennel einen unbekannten Ort dank Kunstauftrag kennenzulernen wünscht und dieses Kennenlernen gerne mit Mitmenschen teilt:

Artist Taxi als kollektives Schauspiel im Stile einer Kaffeefahrt, aber mit zynischem Kunstanspruch

Beate, Winfried, Anka und Donate vor der "Künstlerkarre" am 2.3.2014    Foto von Annette Blum

In jeder Stadt, in der er eine Kunstausstellung hat, organisiert und bewirbt Chris Mennel einmal ein "Artist Taxi", das an einem zentralen Punkt der Stadt seine Gäste, sein Publikum einlädt. Das Taxi wächst in seiner Größe mit den Vorbestellungen, die über das Internet eintreffen. Also es kann ein Kleinbus oder sogar ein großer Bus werden. Die Taxifahrt kann auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchgeführt werden. Der Preis einschließlich Hütchen und Begrüßungstrunk wird bei 25 Euro liegen.

Die Gäste müssen darauf vorbereitet sein, dass SIE Handlungsaufträge erhalten während der Fahrt. Auch wird ihre Bereitschaft als Teilnehmer erwartet, dass sie fotografiert und gefilmt werden. Jeder Gast bekommt ein Hütchen. Es handelt sich um winzige Karnevalshütchen, die in Mengen gekauft wurden und die die Gäste behalten dürfen - auf Wunsch mit Autogramm des Künstlers.

Die Gäste bekommen nicht nochmals, wie bei "Wir wollen doch nur spielen", Filmkameras vom Veranstalter geliehen - ganz banal, weil niemand das Gedrehte dann tagelang zusammenschneiden will.

Die Gäste dürfen zum eigenen Vergnügen natürlich mit eigenem Gerät filmen und fotografieren. Und eine gemeinsame Fotoseite im Internet auf freiwilliger Basis wird vom Organisator durchaus erstellt. Also alle Teilnehmer, die wollen, können ihre auf der Tour erstellten Fotos an eine Artist-Taxi-Adresse mailen, in der die Fotos zusammengeführt und öffentlich sichtbar gemacht werden.

Der Taxifahrer ist der einzige Schauspieler, der einzige "Mensch mit amtlichem Auftrag". Sollte es sich beim "Taxi" um einen Bus mit Fahrer handeln, so sitzt der "Taxifahrer" neben ihm. Es ist wahrscheinlich, aber nicht zwingend, dass Chris, der ja in der Stadt die Kunstausstellung veranstaltet, sich in irgendeiner Rolle mit im Fahrzeug befindet.

Die Handlungsanweisungen müssen jeweils an die durchfahrene Stadt angepasst werden. Der allgemeine Ablauf wird hier aber schon mal umrissen.

Fahrziel 1: Grausige Glanzlichter

Die grausigen Glanzlichter werden angefahren. Man hält an, steigt aus, und sie werden erläutert. Damit das Taxi nicht zu oft bewegt wird - es gibt Parkplatzprobleme - lassen sich mehrere Glanzlichter in einem Rundgang zu Fuß zusammenfassen. Wenn das Taxi in der Bilanz zwei oder drei Orte anfährt, ist der Geste des Taxifahrens genüge getan. Zu jedem Glanzlicht ist ein Text vorhanden, den der Taxifahrer vorlesen kann. Selbstverständlich darf der Taxifahrer auch frei Schnauze zu jedem grausigen Glanzlicht etwas vom Himmel herablügen oder auch politische Fakten erzählen - das ist in sein Ermessen gestellt. Die folgende Reihenfolge darf je nach Situation abgeändert werden.

1.1. der belangloseste Ort der Stadt
1.2. der hässlichste Ort der Stadt
1.3. die übelste Baustelle der Stadt
1.4. der Ort mit der größten Menge Müll im Stadtbereich
1.5. die scheußlichste Werbefläche der Stadt
1.6. der lauteste Punkt im Bahnhof der Stadt
- erläutert mit Megaphon
1.7. die Stelle mit dem lautesten Verkehrsgeräusch in der Stadt. Wir verständigen uns dort mit stummen hilflosen Gesten. Ein kleines vergnügtes Schauspiel im Lärm also. Kein Text mehr. Das leitet über zu:

Fahrziel 2: Entschlossene Touristen

2.1. Die Taxigäste inszenieren Tai Chi. Das ist in chinesischen Städten eine gewohnte Szene, nach der sich niemand umschaut. In sonstigen Städten sind die Taxigäste Pioniere. Die Kunst das Tai Chi besteht daraus, sich in Zeitlupe zu bewegen. Der Taxifahrer steht vor den Gästen und führt Zeitlupenbewegungen vor, die sie nachahmen können. Sie dürfen aber auch ganz andere Bewegungen ausführen - Hauptsache Zeitlupe. Etwa vier Minuten.

2.2. Der entschlossene Block. Die Gäste bilden einen Block und stellen sich vor, sie wären energische Geschäftsleute. Der Blick der Gäste ist wichtig: Starr, verbissen, auf das gemeinsame Ziel ausgerichtet, das immer geradeaus voraus liegt. Den Gästen voraus läuft der Taxifahrer. Er geht ebenso entschlossen, ändert aber gelegentlich ruckartig die Richtung - und der Block ändert sie dann ebenso ruckartig. Etwa drei Minuten... bei Spaß daran natürlich länger.

2.3. Die Taxigäste singen öffentlich einen scheußlichen Chor vom Blatt. Auf dem Blatt steht: "Singen Sie möglichst zugleich 'ooooh' 'aaaaah' 'wow' 'tralala' 'hallo' 'huiiiiiii'". Wiederholen Sie Ihren sechswortigen Gesang noch vier mal."

2.4. Der Besuch einer Kunstausstellung. Jeder Taxigast stellt sich vor ein Kunstwerk und betrachtet es. Nur dieser Gast sollte vor dem Kunstwerk stehen. Sollten mehr Gäste dasein als Kunstwerke, so bilden sie eine Warteschlange. Der Taxifahrer bedient einen Gong. Immer wenn er gongt, bewegen sich die Taxigäste vom einen Kunstwerk zum nächstgelegenen. Bei diesem Ritual darf geplaudert werden. Witze sind erlaubt. Etwa acht Kunstwerke werden so rituell absolviert. Danach erhalten die Taxigäste einen Saft ihrer Wahl oder Sprudel oder Tee oder Kaffee als Begrüßungstrunk. Die Taxifahrt geht hier zuende. e
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